Projekt: Obere Bachgasse 4, 6 & 8

Weiden/OPf.
Umbau - Denkmalsanierung - Baulückenschließung
Auftraggeber IDEAL Bau Concept GmbH, Herr Peter Reber
Zeitraum 2008 - 2010
Projektkosten 3.450.000 €
Umbauter Raum ca. 7.000 cbm
8 Wohneinheiten, 1 Büro

 

Quartiersbezug und Vernetzung mit anderen Nutzungen

Das Gebäudeensemble der drei Altstadthäuser stärkt vor allem die Wohnfunktion im umgebenden Quartier. In der Oberen Bachgasse findet sich die für die Seitenstraßen der Weidener Altstadt typische Mischung von Geschäften, Gastronomie und vereinzelten Handwerksbetrieben im Erdgeschoß und Wohnfunktion in den Obergeschossen. Dieser Mix wird mit dem Projekt aufgenommen: Im Erdgeschoß befindet sich eine Gewerbeeinheit (Ingenieurbüro), hofseitig ein 1-Zimmer-Appartement sowie dienende Räume wie Fahrradraum, Müllräume etc. Außerdem werden im Gebäudeensemble insgesamt fünf Stellplätze geschaffen, was zur Akzeptanz der Wohnanlage im ländlich geprägten Raum beiträgt.

Durch das Gebäudeensemble führen im Erdgeschoß zwei Querverbindungen zu den rückwärtigen Innenhöfen. Das vorhandene innerstädtische Fußwegenetz wird erhalten bzw. gestärkt.

Wohnungsumfeldgestaltung

Alle Wohnungen sind barrierefrei von der öffentlichen Straße aus zu erreichen. Die Wohnungen können direkt aus dem Lift betreten werden. In den mehrgeschoßigen Maisonette-Wohnungen erhält jede Ebenen eine Zugang vom Lift. Im Erdgeschoß befinden sich gemeinschaftliche dienende Räume wie Fahrradraum, Müllräume, Abstellraum für Kinderwägen etc. Jede Wohneinheit besitzt eine qualifizierte Freifläche in Form von Loggien, Balkonen oder Terrassen.

Umgang mit historischer Bausubstanz

Das Gebäude Obere Bachgasse 6 stellt ein Baudenkmal dar. Im Zuge der Vorplanung wurde in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Weiden in der Oberpfalz eine Baugefügeforschung durchgeführt. Ziel der Baugefügeforschung war die Erfassung der Grundrissstruktur und eine erste zeitliche Bestimmung des Gebäudes.

Durch Entnahme von Bohrkernen aus dem Dachstuhl konnte dieser auf das Jahr 1568/69 datiert werden. Die Baugefügeforschung zeigt mehrere Bauphasen auf. Der älterste Bestand befindet sich im Keller mit einer großteiligen Bruchsteinmauerwerkswand (ehemals Steinhaus), vermutlich aus dem Jahre 1400 – 1450.

Die Kellerwände und Gewölbe sowie der Dachstuhl wurden saniert und erhalten. Der Dachstuhl wurde im Zuge der Baumaßnahme in zusammengesetztem Zustand gehoben, so dass Raumhöhen erreicht wurden, die der heutigen Raumnutzung entsprechen. Weiterhin wurden Grundrisse gewählt, die es zuließen, historische Fachwerkwände und Deckenbalken wieder zu verwenden und in Teilbereichen auch zu zeigen.

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